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alternativen - ideen, diskussion. projekte

z.b.

die internationale begegnunsstätte salecina (schweiz) verstand und versteht sich immer noch als engagiertes projekt.
ein ort des organisierten zufalls - heißt es auf der homepage. mitte der 70er jahre fand dort eines der ersten treffen der sog. alternativbewegung statt. es diskutierten um die fragen von organisation, leben und den besitz von produktionsmittel u.a. eine schäfereigenossenschaft, eine selbstverwaltete kneipe, ein archiv und viele andere und auch eine gruppe aus dem medienladen hamburg (dem alternativen medienprojek in hamburgt, aus dem später dann bildwechsel hervorging).

die aufbruchsstimmung dieser zeit und die hoffnung auf umfassende änderungsmöglichkeiten durch viele beispielhafte kleine selbstverwaltete und selbstsorganisierte projekte sind erfahrbar in filmen und videos aus dieser zeit.

zum beispiel in einer mehrteiligen dokumentation von gerhard bott: (auszug aus einer beschreibung)

...Filme über Versuche, anders zu leben, von Gerhard Bott: Ihre Philosophie heißt „small is beautiful", ihre Theoretiker sind E. F. Schumacher, Erich Fromm, Ivan Illich und Andre Gorz, ihr Ziel ist es, eine Gegen-Kultur zu schaffen mit einer eigenen Gegen-Ökonomie: Junge Leute, meist Kinder der Mittelschicht, Akademiker, die aus unserer Wachstumsund konsumorientierten Gesellschaft ausgestiegen sind, um sich eine bessere Welt zu schaffen, in der weder der Mensch noch die Natur ausgebeutet wird. Sie wollen „der Religion des Industrialisrnus nicht mehr-dienen", sondern eine neue, eine „vierte Welt" bauen, in der der Mensch nicht mehr zentralistisch verwaltet wird, sondern in Gemeinschaft mit anderen das produziert, was er zum Leben braucht — und zwar umwelt und energiebewußt.

NDR-Redakteur Gerhard Bott hat mehrere Kommunen in Westeuropa und Amerika besucht und daraus zwei engagierte. Filme gemacht über eine Bewegung, die es zwar schon seit dem Ende der sechziger Jahre gibt, die aber in den Medien nur selten wahrgenommen oder als romantischversponnen belächelt wurde. Sie ist auch wenig, spektakulär, stellt — noch —keine Herausforderung für die bestehenden Herrschaftsverhältnisse dar und vollzieht sich im stillen, «sanft, organisch, gewaltlos"'. Ihre Gefolgsleute verstehen sich «war als Revolutionäre, doch sie sagen: „Wer die Welt verändern will, muß erst sich selbst verändern."

Beispiele für die Theorie und Praxis der alternativen Lebensform fand der Autor in den New Yorker Elendsvierteln Lower East Side und Bronx: Hier betreiben die „Urban Pioneers" zwischen ausgebrannten Häusern organischen Gemüseanbau und erzeugen Energie mit Sonnenkollektoren und Windmühlen — im Schatten des Energiegiganten Con Edison. Auf der „Farm" in Tenriess,ee arbeiten und beten 1000 Leute zusammen — eine religiöse Kommune. Im Goddard- College in Vermont wird eine „fröhliche Wissenschaft" betrieben, werden neue Selbsthilfetechnologien entwickelt. Im »New Alchemy Institute" in Massachusetts steht die „Arche", ein Mikro-|System der Natur. In „Twin Oaks" in Virginia versuchen 80 Leute, Junge, Alte, Kinder, den utopischen Roman des amerikanischen Verhaltenspsychologen B. F. Skinner nachzuleben: „Waiden Two" (Futurum zwei — Modeil einer aggressionsfreien Gesellschaft). Weitere Stationen auf der Reise durch die Alternativ-Welt: Wales und die Twint-Schule in Dänemark, die Kommune „LongoMai" („lang möge es währen") in der Pfalz und Südfrankreich, und die „Kleine Erde" in Holland.

Hat die Bewegung, die da noch sehr vereinzelt, entlegen und öffentlichkeitsscheu zarte Blüten treibt, eine Chance, Modell zu werden, nachahmenswertes Vorbild für die wachsehde Zahl derer, die die Grenzen des Wachstums beschwören — „small is beautiful" als Lebensmaxime nicht nur für eine winzige idealistische Minderheit? Der Autor gibt darauf keine Antwort. Hart und treffend kritisiert er unsere Wachstumsideologie, mit Sympathie und Bewunderung porträtiert er jene, die den Mut, die Energie und die Phantasie haben, eine Alternative zum Bestehenden aufzubauen. Dabei gerät ihm manche Passage ein wenig zu idyllisch: Fröhliche Menschen, die Schweine hüten, Hühner füttern, gemeinsam eine Kuh melken.

Von Schwierigkeiten, von Problemen beim- Aufbau einer neuen Mini-Gesellschaft ist nicht die Rede — warum zum Beispiel herrscht in vielen Gruppen eine relativ hohe Fluktuation? Ein gravierendes Problem im Hinblick auf die Modellfunktion der Kommunen wird nur am Rande angesprochen: Auf der „Farm", wo man unterhalb der offiziellen Armutsgrenze lebt und manche Nahrungsmittel rationiert werden müssen, gibt es kaum Schwarze .und Indianer, denn „zur Selbstbegrenzung sind nur die bereit, die vorher konsumieren konnten". Ist die Bewegung nicht doch eine Art Rückzug aus der Gesellschaft und daher eher unpolitisch? Auch diese Frage wäre zu diskutieren. Gerhard Botts Filme bieten dazu eine wichtige Grundlage.(Margrit Gerste)

es gibt es fast alle diese frühen initiativen noch - wenn auch mit geändertem outfit

longo mai
youtube-video über longo mai

the farm

kleine erde

twin oaks

tvind

arbeiterselbsthilfe frankfurt

und eine linkseite zu alternativen gesellschaftsideen und alternativer ökonomie


mehr filme/videos in den bildwechsel-archiven
dr. todd baut eine arche - 60 min 1978 gerhard bott
die kleine erde - eine alternative 60 min 1978 von der videogruppe aachen
anders leben - twin oaks 45 min 1978 gerhard bott